Wettervorhersage mit Weitsicht – Der Hundertjährige Kalender

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Seit jeher beschäftigt uns Menschen das Wetter. Ob der verregnete Sommer, die unerträgliche Schwüle oder der letzte Sturm – es gibt kaum ein Thema über das so viel geredet wird, wie über das Wetter. Nicht umsonst ist es das ungebrochene Smalltalk-Thema Nummer eins. Und dafür gibt es gute Gründe: Der Wechsel von Sonne, Wolken und Niederschlag hat großen Einfluss auf unser Leben, unseren Alltag, unsere Stimmung, unsere Gesundheit. Dank dem Blick in die Zeitung oder auf die Wetter-App wissen wir mit sehr großer Wahrscheinlichkeit mit was für einem Wetter wir rechnen können. Wir wissen, welche Klamotten wir anziehen, ob sich die Gartenarbeit oder der Reifenwechsel lohnt und welche Aktivitäten für das Wochenende anstehen. Eine präzise Wettervorhersage hilft uns besser zu planen und uns auf bestimmte Situationen einzustellen. Und das gilt nicht zuletzt für den kleinen Privatmann, sondern auch für die gesamte wirtschaftliche Entwicklung. Ob Forst- und Landwirtschaft, der Tourismus, Logistik- und Energieunternehmen, Streusalzproduzenten, Freibadbesitzer oder der städtische Eisverkäufer – auf alle hat das Wetter direkte oder indirekte Folgen.

Rund eine Million Daten wertet der Deutsche Wetterdienst (DWD) täglich aus. Dazu zählen u.a. Wetterdaten von Bodenstationen, Schiffen, Flugzeugen, Radarstationen und Satelliten. Bis zum siebten Tag lässt sich die Wetterprognose damit laut DWD relativ genau berechnen. So präzise und zuversichtlich waren die Prognosen natürlich nicht immer. Als es noch keine Thermometer oder Barometer gab, waren die Menschen darauf angewiesen, die Natur und ihre Jahreszeiten genau zu beobachten. Aus langjährigen Erfahrungen wurden schließlich Rückschlüsse auf das Wetter gezogen. Einige dieser Annahmen sind heute noch als sogenannte Bauern- oder Wetterregeln bekannt.

Der Hundertjährige Kalender 

Im 17. Jahrhundert stellte auch der Langheimer Abt Moritz Knauer in Oberfranken Untersuchungen zum Wetter an. Ziel war es seinem Kloster verlässliche Vorhersagen bereitzustellen und die Landwirtschaft dadurch vor jeglichem Wettergeschehen bestmöglich zu schützen. Wesentliche Grundlage seiner Forschung war der Einfluss der Himmelskörper. Er nahm an, dass die Stellungen der damals bekannten sieben Planeten (Saturn, Jupiter, Mars, Venus, Merkur, Mond und Sonne)  Auswirkungen auf das Wetter hatten. Jedes Jahr dominierte ein Planet, wobei ein Jahr jeweils am 21. März beginnt, wenn sich die Sonne genau über dem Äquator befindet. Für seine Aufzeichnungen wählte er genau diesen Turnus von sieben Jahren: von 1652 bis 1658. Er notierte das Wettergeschehen, Sonnen- und Mondfinsternisse, beobachtete das Wachstum der Pflanzen, den Fischbestand, das Ungeziefer und das Auftreten von Krankheiten. Jedes Jahr ordnete der Abt einem bestimmten Planeten zu. Das Resultat war ein Kalender, der bald weit über Deutschland hinaus bekannt wurde. Aus heutiger meteorologischer Sicht sind die Vorhersagen des Hundertjährigen Kalenders allerdings wenig haltbar. Dennoch wird der Kalender im Sieben-Jahres-Zyklus weiter fortgeschrieben und jedes Jahr als Buch veröffentlicht.

Und wie sieht das Jahr 2017 im Hundertjährigen Kalender aus? 

2017 ist laut den Prognosen Knauers ein Sonnenjahr, das durch Trockenheit, geringer Feuchte und mittelmäßiger Wärme gekennzeichnet ist. Der Frühling ist temperiert und anfänglich ziemlich feucht, besonders im April. Der Mai ist schön und trocken, zu Ende mit Frost, der bis in den Juni hinein dauert. Der Sommer ist im allgemeinen sehr trocken. Der Juni ist jedoch nicht vor Reif sicher. Der August ist anfänglich ungestüm, danach aber wieder hell und ruhig. Die Tage sind in diesem Sommer hitzig, die Nächte kühl. Zu Ende des Sommers gibt es nochmals ungestümes Wetter. Herbst und Winter sind im Sonnenjahr annehmlich, trocken und schön. Es reift und gefriert zeitlich, jedoch ist es eine mäßige Kälte. Der Februar beginnt mit lieblichem Wetter und endet in größter Kälte, die bis in den März andauert. An das Sonnenjahr schließt sich 2018 das Venusjahr an.

Ob Bauernregel, Hundertjähriger Kalender oder die modernste Messung mit Satellitendaten, eines bleibt gleich: Das Wetter lässt sich nie exakt vorhersehen. Schließlich können wir (noch) nicht in die Zukunft blicken. Der Mensch bleibt dem Wettergeschehen ausgeliefert – und gerade das macht es für uns spannend. In der heute so gut organisierten Alltagswelt bleibt das Thema Wetter dadurch etwas Besonderes, etwas Faszinierendes und etwas Unbefriedigendes. Grund genug also weiterhin darüber zu reden…

 

Quellen:
http://www.daswetter.org/wettererfassung.html
http://www.dwd.de/DE/derdwd/it/_functions/Teasergroup/datenmanagement.html 
http://www.hundertjaehriger-kalender.com/2017-sonnenjahr/
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